Dr. Nicole Pohl — Übersetzungen und Lektorat
Texte, die ihr Ziel erreichen ... Inhalte und Botschaften, die ankommen … Sprache, die fliesst  

Der richtige Zeitpunkt

Eine Unterstützung im Schreibprozess kann zu unterschiedlichen Zeitpunkten nützlich sein. Machen Sie sich frühzeitig Gedanken darüber, was für Sie nützlich ist. Es lohnt sich, bestimmte Formalia (Zitierstil, Quellen) frühzeitig festzulegen. Sie können sich viel Arbeit mit einer sauberen Literaturverwaltung und einem geordneten Zitierstil ersparen. 

Schreiben ist immer auch Dialog. Das wissenschaftliche Arbeiten dient dem Fachdiskurs. Auch erfahrene Autoren schreiben ihre Texte oft nicht im «stillen Kämmerlein». Konstruktives Feedback von aussen reduziert nicht zuletzt die Unsicherheit über die Qualität der eigenen Arbeit. Der Schreibprozess profitiert von der Diskussion mit einem geeigneten Sparringspartner. Manchmal genügen bereits punktuelle Inputs von aussen, um einen Schritt weiter zu kommen.

֍ Das Korrektorat findet in der Regel als einer der letzten Arbeitsschritte eines Publikationsprozesses statt. Geprüft werden Orthografie, Interpunktion, Grammatik, Typografie sowie andere Formalia.

֍ Das Lektorat beinhaltet eine tiefergehende Überarbeitung des Textes. Es hat Verbesserungen im Hinblick auf Stil, Klarheit der Argumentation und Lesefluss zum Ziel. Erfahrungsgemäss erfolgt das Lektorat in mindestens zwei Arbeitsrunden, da regelmässig Rückfragen aufkommen, die durch die Autorin oder den Autor zu beantworten sind. Werden einzelne Textabschnitte überarbeitet, ist jeweils darauf zu achten, dass die Gesamtstruktur von Kapiteln noch stimmt, die Terminologie einheitlich bleibt und keine Folgefehler entstehen. Der Autor oder die Autorin behält die Hoheit über den Text. Er oder sie ist in den Lektoratsprozess eingebunden und gefordert, sich noch einmal mit dem Text auseinanderzusetzen.

֍ Bestimmte Bearbeitungsschritte eignen sich nicht für die Arbeitsphase kurz vor der Vollendung und Einreichung eines Manuskripts. Die Gliederung und Struktur von Texten möchte man kurz vor Abgabe einer Arbeit lieber nicht mehr in grösserem Umfang umstellen. Die Arbeit am roten Faden und an der Argumentation kann bei langen Dokumenten aufwändig sein. Dies gleichzeitig mit dem letzten Korrekturlesen anzugehen, ist wenig sinnvoll. 

Eine gute wissenschaftliche Publikation zeichnet sich durch Qualität in Inhalt, Sprache und Form aus. Sie entsteht in einem Schreibprozess, der komplex, abhängig von vielen äusseren Umständen sowie vom Arbeitsstil der Autorin ist und in Schleifen verläuft. Eine Linearität ist in vielen Arbeitsstufen nicht gegeben. Die Revision ist ein wichtiger Teil der Textproduktion. Die Bearbeitung der verschiedenen qualitätsrelevanten Dimensionen eines Texts erfordert spezifische Blickwinkel auf den Text und unterschiedliche methodische Herangehensweisen.



 

Der richtige Zeitrahmen

Die Arbeit am Text benötigt Zeit. Die Lektorin muss sich in ein Themengebiet einarbeiten, sich mit neuer Terminologie bekannt machen und ein Gefühl für den Stil des Autors und die Bedürfnisse der Leser und Leserinnen bekommen. Gerade bei umfangreichen Dokumenten geschieht ein Lektorat auch nicht «in einem Rutsch». Man liest den Text mehrfach. Oft ist es hilfreich, einen Moment innehalten zu können, das Dokument zur Seite zu legen und dann mit frischem Geist wieder zu starten.

Planen Sie einen realistischen Zeitraum für das Lektorat Ihrer Texte ein. Ich bemühe mich, Ihnen bei der Offertstellung eine sorgfältige Einschätzung zum Zeitbedarf zu geben, und arbeite termingerecht und flexibel im Hinblick auf Kundenbedürfnisse.

Einige Gedanken zu KI

Setzen Sie KI wohlüberlegt ein. Informieren Sie sich, wie KI-unterstützte Programme funktionieren und welche Verantwortung Sie als Autor haben. Insbesondere für Juristen sind Sprache und Text wichtige Werkzeuge. Geben Sie den Denk- und Schreibprozess nicht unüberlegt aus der Hand. 

  • Die Nutzung von KI im wissenschaftlichen Schreiben eröffnet neue Möglichkeiten der Zeitersparnis, des Zugriffs auf grosse Informationsmengen und der erleichterten Redaktion von Texten.
  • Die Verwendung von KI schafft gleichzeitig neue Verantwortlichkeiten: Wird KI in wissenschaftlichen Texten verwendet, so ist der Autor oder die Autorin dafür zuständig, sicherzustellen, dass Inhalte richtig sind und Quellen korrekt zitiert werden. Dies kann durchaus aufwändig und schwierig sein, da eine Rückverfolgung zu den Originalpublikationen notwendig ist. Die Fülle an vorhandenen Ressourcen kann auch verwirren und von einem gezielten Arbeiten und vom eigenen Gedanken ablenken. KI erfindet teilweise Quellen, die nicht existieren. Sie halluziniert und behauptet Sachverhalte, die nicht wahr sind. Wo KI keine Antworten hat, füllt sie die Lücken. Die Trainingsdaten für KI-gestützte Anwendungen werden oft nicht offengelegt. Blindes Vertrauen in KI ist fehlgeleitet.
  • KI ist keine menschliche Intelligenz. Sie verfolgt keine Absichten. Das menschliche Schreiben und Denken ist eng miteinander verknüpft. Die Nutzung von KI verändert den Denk- und Schaffensprozess: Ob man zuerst nachdenkt, dann schreibt und dann den Text revidiert oder mit einem KI generierten Text beginnt, macht einen Unterschied.
  • KI schreibt Texte, die geschmeidig wirken. Ob sie an die menschliche kreative Leistung herankommt, die sich oft gerade durch das Andersartige, den eigenen Stil, manchmal auch den eben nicht völlig glatten Text oder das Neue und Überraschende zeigt, ist zweifelhaft. Wissenschaftliche Arbeiten zielen auf die Erarbeitung eines eigenständigen, neuen Beitrags zur Wissenschaft ab. KI-Anwendungen funktionieren jedoch auf der Grundlage von vorhandenen Trainingsdaten, manchmal (und vielleicht sogar zunehmend) wiederum von KI-generierten Texten. KI-Slop wird mehr und mehr zum Thema. Es kann diskutiert werden, ob auf dieser Basis Texte entstehen können, die herausstechen.
  • KI kann einen Einfluss darauf haben, welche Publikationen häufig zitiert werden. Sie lenkt damit unser Denken in eine bestimmte Richtung.
  • Zahlreiche Fragen im Hinblick auf Datenschutz und Urheberrechte bleiben im Zusammenhang mit generativer KI und Large Language Models ungeklärt.

Fazit: Der Einsatz von KI beim Verfassen wissenschaftlicher Texte bringt vielfältige Verantwortlichkeiten mit sich. Bei welchen Prozessen KI sinnvoll genutzt werden kann, ist sorgfältig zu hinterfragen. Wenn es um die Erarbeitung hochstehender wissenschaftlicher Publikationen geht, dann ist eine Zeitersparnis nicht automatisch gegeben. Der Gedanke, einen weitgehend von KI generierten Text zu erstellen und diesen dann nachträglich zu «vermenschlichen», erscheint nicht zielführend und kann zu vielfältigen Problemen führen.

Arbeitsmodus

Die Bearbeitung Ihres Textes kann in Word (im Track-Changes-Modus), im PDF oder über InCopy (Adobe InDesign) erfolgen. Für Rückfragen stehe ich während des gesamten Bearbeitungsprozesses zur Verfügung.